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STRAWALDE kommt und bleibt!

STRAWALDE kommt und bleibt!


 




Strawalde kehrt zurück





Eröffnung der Dauerausstellung von Jürgen Böttcher, alias Strawalde, im Zinzendorf-Schloss Berthelsdorf am 8. September 2019 um 17 Uhr





Jürgen Böttcher, geboren 1931 in Frankenberg, in Sachsen, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Strahwalde. Von 1949 bis 1953 studierte er an der Hochschule in Dresden. Als freischaffender Künstler blieb er bis 1955 in dieser Stadt und unterrichtete in Kursen an der Volkshochschule unter anderem A. R. Penck und Peter Graf. 1955 zog es ihn nach Potsdam, wo er bis 1960 an der Hochschule für Film und Fernsehen Regie studierte. 1965 dreht er seine einzigen Spielfilm " Jahrgang 1945". Der Film, der die Geschichte eines jungen Berliner Automechanikers erzählt, wurde bereits im Rohschnitt vom Zentralkomitee der SED verboten. Böttcher zeigte keinen sozialistischen Helden, sondern, wie es hieß "Personen, die eher der kapitalistischen als der sozialistischen Lebenssphäre zugerechnet werden könnte."
Von nun an drehte Böttcher hauptsächlich Dokumentarfilme. Bis 1991 arbeitet er im DEFA-Dokumentarfilmstudio in Berlin.
Nach der politischen Wende in Deutschland wendete sich Böttcher vor allem der Malerei zu. Von nun an nannte er sich auch Strawalde. Bereits bei einem früheren Besuch des Strahwalder Friedhofes entdeckte er ein markantes Grab, auf dem der Ort des Dorfes in der alten Schreibweise stand, von da an hatte er beschlossen, sich den Künstlernamen Strawalde zuzulegen.
In den Nachwendejahren wurde Strawalde schnell national und international als Maler und Filmregisseur bekannt. Seine Bilder hängen in vielen berühmten Galerien der Welt, unter anderem in der Nationalgalerie Berlin, im Dresdner Albertinum, in Wien, in Boston, aber auch im Deutschen Bundestag.
Im Jahr 1994 wurde er durch den französischen Präsidenten François Mitterrand mit dem Titel „Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres“ für sein künstlerisches Gesamtwerk ausgezeichnet. 2001 wurde Strawalde das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2006 ehrte man ihn bei der Berlinale mit einer Kamera.
Ausstellungen und Filmvorführungen treiben den inzwischen 88-Jährigen auch heute noch um den Erdball.
Seinen Wunsch, in seine ehemalige geliebte oberlausitzer Heimat zurück zukehren hat er nie aufgegeben. 2007 konnten wir erstmals in der näheren Umgebung, in Görlitz, in der Galerie Klinger, Bilder von Strawalde besichtigen. 2012 stellte er dann in einer Gemeinschaftsausstellung im Heimatmuseum Herrnhut und im Zinzendorf-Schloss Berthelsdorf aus.
Jürgen Böttcher, der in den schweren Nachkriegsjahren hier in Strahwalde durch das Tauschen seiner Zeichnungen, vor allem Porträts, gegen Lebensmittel zum Überleben seiner Familie mit beitrug, kehrt nun endlich mit dieser Dauerausstellung im Zinzendorf-Schloss in unsere Gegend zurück.